Balanced Scorecard: Definition und einfache Erklärung

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Plan, Strategy und Kennzahlen
Die Balanced Scorecard stellt eine große Hilfe bei der Planung und der Umsetzung von Strategien dar. Abb.: geralt/pixabay.com

Das Glied, welches die Verbindung zwischen der Planung und der Umsetzung einer Strategie darstellt, ist die sogenannte Balanced Scorecard. Diese enthält ein Konzept, welches die herkömmlichen Kennzahlen aus dem Bereich der Finanzen durch zusätzliche Perspektiven ergänzt – nämlich um die Perspektive der Entwicklung, des Lernens, der internen Prozesse und der Kunden.

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So ist es für Unternehmen möglich, ihre Kennzahlen und strategischen Ziele auf eine simple Art sichtbar zu machen. Die Balanced Scorecard stellt eine große Hilfe bei der Planung und der Umsetzung von Strategien dar. Oft sind die traditionellen Kennzahlensysteme nämlich so umfangreich, dass sie nicht klarmachen können, welche Punkte für den Erfolg des Unternehmens tatsächlich essentiell sind.

Durch die Balanced Scorecard wird der Unternehmenskurs vorgegeben

Sowohl die Mitarbeiter als auch die Leitung des Unternehmens erhalten durch die Balanced Scorecard zu jeder Zeit einen Überblick darüber, welchen Kurs die Firma gerade einschlägt und welche einzelnen Verantwortungsbereiche sich dabei identifizieren lassen. Die Balanced Scorecard ähnelt damit einem Flugzeugcockpit, auf dessen Anzeigen alle wichtigen Informationen zu der aktuellen Flugroute und dem Flugzeugzustand abzulesen sind.

Die Umsetzung von Strategien in einem Unternehmen wird durch die Balanced Scorecard maßgeblich unterstützt. Die Mitarbeiter erkennen durch sie, worauf es bei ihrer täglichen Arbeit ankommt. So eignet sich die Balanced Scorecard auch dazu, die Mitarbeiter mit der aktuellen Unternehmensausrichtung vertraut zu machen, sodass diesen die praktische Umsetzung wesentlich leichter fällt. Sie können zu dem Erfolg des Unternehmens maßgeblich beitragen, indem sie ihr Handeln an den jeweiligen Leistungsindikatoren ausrichten.

Die vier Perspektiven

Die Balanced Scorecard enthält verschiedene Indikatoren und Kennzahlen, die voneinander abhängen beziehungsweise in einer Beziehung zueinander stehen. Dabei ist es essentiell, dass die jeweiligen Kennzahlen und Indikatoren, welche auf der Balanced Scorecard berücksichtigt werden, für das Unternehmen wirklich von großer Bedeutung sind.

Das Modell der Balanced Scorecard, welches von Kaplan und Norton erstellt wurde, setzt sich aus vier verschiedenen Perspektiven beziehungsweise Dimensionen zusammen.

Die Finanzperspektive

In dieser Perspektive sind die traditionellen finanziellen Kennzahlen enthalten, die vor allem für die Anteilseigner eine wichtige Rolle spielen. Zu diesen gehören beispielsweise der Umsatz, der Gewinn und die Rendite.

Die Kundenperspektive

Kennzahlen, welche die Einstellungen und Meinungen der Kunden gegenüber dem Unternehmen darstellen, werden in dieser Perspektive zusammengefasst. Dazu zählen Kundenbeschwerden, Empfehlungen, wiederholte Käufe oder die Kundenzufriedenheit.

Die Prozessperspektive

Durch die Prozessperspektive beziehungsweise ihre Kennzahlen wird beschrieben, ob die internen Prozesse hinsichtlich ihrer Kosten, Qualität und Zeit positiv oder negativ bewertet werden können. Es kommt zum Beispiel auf Logistikkosten, Nacharbeitsquote und Durchlaufzeiten an.

Die Lern- und Entwicklungsperspektive

Diese Perspektive kann auch als Mitarbeiterperspektive bezeichnet werden. Es kommt dabei auf Indikatoren an, die angeben, inwiefern das Unternehmen auf das Mitarbeiterengagement einwirkt und ob es auf die zukünftigen Entwicklungen ausgerichtet ist. Aufschluss geben dabei das Unternehmensimage, die Zufriedenheit der Mitarbeiter oder Produktinnovationen.

Übersichtliche Darstellungsform

Eine häufige Darstellungsform der Balanced Scorecard entspricht einer Aufteilung in die genannten vier Perspektiven mitsamt ihren Kennzahlen. Durch das Modell wird außerdem sichtbar, dass die Kennzahlen sich tatsächlich auf die strategischen Ziele des Unternehmens beziehen und daher von großer Wichtigkeit sind. Es wird eine Kernfrage für jede der einzelnen Perspektiven formuliert, deren Antwort in den jeweiligen Kennzahlen liegt.

Die Kennzahlen und Ziele, die für die jeweilige Perspektive von Bedeutung sind, unterscheiden sich dabei. Um eine Übersichtlichkeit beizubehalten, ist es wichtig, dass nicht mehr als fünf Kennzahlen pro Perspektive vorhanden sind.
Mit den Kennzahlen wird das Ziel verfolgt, zu zeigen, wie erfolgreich die Firma gehandelt hat und ob dieser Erfolg auch in Zukunft aufrechterhalten werden kann. Dadurch ist eine zusätzliche Unterscheidung im Rahmen der Balanced Scorecard notwendig – nämlich die in Früh- und Spätindikatoren.

Die Früh- und Spätindikatoren

Handelt es sich bei den jeweiligen Kennzahlen um Spätindikatoren, können diese nur mit einem zeitlichen Verzug zeigen, ob die jeweiligen Maßnahmen oder Entscheidungen falsch oder richtig waren. So wird also der vergangene Erfolg der jeweiligen Kennzahlen abgebildet.

Die Kennzahl des Gewinns gibt beispielsweise erst zu einem späteren Zeitpunkt an, ob die Unternehmensleistungen durch die Kunden geschätzt werden und dieses erfolgreich am Markt agiert. Ob die Kundenzufriedenheit durch die Maßnahmen gesteigert werden kann, zeigt die Kennzahl allerdings nicht an – denn diese wirkt sich auf die Gewinnentwicklung erst zeitverzögert aus.

Besonders wichtig sind daher die Frühindikatoren. Bei diesen handelt es sich um die Kennzahlen, welche die Auswirkungen einer Maßnahme oder Entscheidung möglichst zeitnah deutlich machen. Ebenfalls können dies Kennzahlen sein, welche die Entwicklungen der Zukunft sichtbar werden lassen. Steigt beispielsweise die Anzahl der negativen Bewertungen ist dies in der Regel ein Anzeichen dafür, dass die Kundenzufriedenheit sinkt. Dies wird sich in der Zukunft auch negativ auf den Gewinn auswirken.

Die Früh- und Spätindikatoren sind daher der Grund, weshalb in der Balanced Scorecard unterschiedliche Indikatoren und Kennzahlen abgebildet werden müssen. Oft neigen Unternehmen nämlich dazu, lediglich die Spätindikatoren aus der Finanzperspektive ins Auge zu fassen, wie die Zahlungsreichweite, die Rendite, den Gewinn oder den Umsatz. Durch diese Kennzahlen erhalten sie allerdings keine direkte Information darüber, ob die Mitarbeiter sich gerne engagieren, die Kunden zufrieden sind oder die Prozesse beherrscht werden.

Der langfristige Erfolg eines Unternehmens hängt allerdings genau von diesen Faktoren ab, sodass die Balanced Scorecard ein wichtiges Mittel darstellt, um auch den zukünftigen unternehmerischen Erfolg langfristig zu sichern.

Über Marvin 738 Artikel
Marvin hat seine Ausbildung zum IT-Systemkaufmann 2011 bei der Deutschen Telekom AG abgeschlossen und bloggt seit 2014 regelmäßig rund um die Themen Ausbildung, Karriere, Wirtschaft und IT auf itsystemkaufmann.de. Außerdem hat er sich seit vielen Jahren dem Online-Marketing verschrieben und ist als selbstständiger Online-Marketing-Berater unter www.web-malocher.de tätig.

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