Internetsucht bei Minderjährigen – die Hauptgefahr der Zukunft

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Internetsucht
Foto: pixelrain/Shutterstock.com

Die Internetsucht bei Minderjährigen ist jetzt schon ein sehr bedenkliches Thema. Laut den aktuellsten EU-Studien läuft jeder zehnte Jugendliche Gefahr, von dieser Sucht bedroht zu werden. Man schätzt, dass in Deutschland knapp 100 % der Minderjährigen Zugang zum Internet haben. Im Prinzip kann man die Internetsucht auch mit anderen Lastern und Begierden vergleichen. Je mehr davon zur Verfügung steht, desto größer ist selbstverständlich dann auch die Ausbreitung der Suchtgefahr.

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Der Deutschlandfunk berichtet von erschreckenden Zahlen, die sich in den letzten Jahren verdoppelt haben. Internetsüchtig sind um die 300.000 Jugendliche, wobei Mädchen übrigens noch viel anfälliger sind.

Ist in der Zukunft überhaupt noch ein Familienleben möglich?

Egal wo man in der Öffentlichkeit hinblickt, Menschen mit Smartphones in der Hand sind ein absolut normaler Anblick. Leider wirkt sich das aber auch extrem negativ auf das Familienleben aus. Erziehungsberatungsstellen werden deshalb immer mehr mit Anfragen überhäuft, die sich vorwiegend mit einer intensiven Internetnutzung und deren möglichen Auswirkungen beschäftigen.

Aufgrund der rasanten Entwicklungen in Bezug auf die sich ständig erweiternden Informationstechnologien, führen Kinder und Jugendliche auch noch ein virtuelles Leben. Der Umgang mit dem Internet ist zu einer absoluten Selbstverständlichkeit geworden, weshalb Faktoren wie die Nähe oder Distanzen auch eine komplett andere Bedeutung erhalten. Öffentlichkeitsleben ist auch schon lange nicht mehr nur alleine auf die unmittelbare Umgebung bezogen, sondern rund um die ganze Welt.

Es ist normal, dass Eltern unter diesen Situationen sehr leiden und in der Regel vom technischen Verständnis her auch überhaupt nicht mehr mithalten können. Kinder kommunizieren viel lieber mit ihren Freunden rund um die Uhr, als mit den eigenen Eltern. Ein Familienleben ist also nur dann möglich, wenn man die Internetsucht bei Minderjährigen unter Kontrolle hält und so früh wie möglich Grenzen in Bezug auf die Nutzungszeiten setzt. Auch sollten geeignete Maßstäbe für die Einsatzfelder oder Inhalte nicht außer Acht gelassen werden.

Was ist eine „normale“ Internetnutzung für Kinder?

Die Nutzung vom Internet ist in erster Linie davon abhängig, wie alt die Kinder sind und für welche Zwecke sie es benutzen. Bezieht sich die Internetnutzung nur rein auf die Freizeit, dann ist es notwendig auf das eigentliche Surfverhalten zu achten. Computerspiele und soziale Netzwerke beispielsweise machen großen Spaß und lassen die Zeit wie im Flug vergehen.  Dadurch besteht allerdings auch die Gefahr, denn Sinn für die eigentliche Wirklichkeit zu verlieren. Nicht umsonst leiden nicht nur Minderjährige unter Internetsucht, sondern auch sehr viele Erwachsene.

Die Grenze zwischen der Begeisterung und der Suchtgefahr ist zwar unterschiedlich ausgeprägt, aber man geht davon aus, dass sie fließend verläuft. Gefährdet ist im Prinzip jeder. Eine ernste Suchtgefahr besteht dann, wenn Kinder und Jugendliche virtuellen Welten gegenüber ihrem realen Leben den Vorzug geben. Das kann übrigens durchaus der Fall sein, wenn die Kinder Probleme haben und in einer Scheinwelt im Internet leben möchten. Im Idealfall sind zwei Stunden Internetnutzung für Freizeitaktivitäten durchaus ausreichend, da man im Durchschnitt diese Zeitspanne nach Feierabend auch vor dem Fernseher absitzt. Laut Statistiken verbringt übrigens jeder fünfte Minderjährige rund sechs Stunden (täglich) an den Wochenenden im Internet. Gute Abhilfe hierbei sind unter anderen gemeinsame Freizeitaktivitäten mit der gesamten Familie.

Die Anzahl der jeweiligen Stunden für die Internetbenutzung sollte also auf jeden Fall von den Eltern rechtzeitig abgeklärt werden. Ein eigener Computer im Kinderzimmer ist deshalb auch nicht unbedingt empfehlenswert, zumindest dann nicht, wenn die Kids noch keinen PC zum Studieren oder zum Lernen benötigen. Das moderne Leben im digitalen Zeitalter setzt zwar den Umgang mit Hightech-Geräten voraus, aber das bedeutet noch lange nicht, dass Minderjährige deshalb davon süchtig werden müssen. Ein verantwortlicher Umgang muss also von den Eltern mit Autorität vermittelt werden.

Wie wird die Internetsucht überhaupt festgestellt?

Wie oben schon erwähnt, besteht Verdacht auf Internetsucht bei Minderjährigen, wenn die virtuelle Welt unbedingt bevorzugt wird. Vor allem Kinder müssen erst einmal lernen, verantwortungsvoll mit dem Internet umzugehen. Eltern sollten hierzu das beste Beispiel sein und deshalb auch nicht stundenlang am PC sitzen und ein schlechtes Vorbild geben. Aufpassen heißt es übrigens, wenn sich die Minderjährigen im Internet eine zweite Identität zulegen. Es ist häufig der Fall, dass die Kids im wahren Leben so gut wie keine Freunde haben, aber dafür um so mehr im Facebook. Es ist ratsam zu überprüfen, ob sie sich im Netz komplett anders verhalten um sich zu einer beliebten und geschätzten Persönlichkeit zu entwickeln. In diesem Fall ist es sinnvoll, speziell auf dieses Thema mit den noch Minderjährigen einzugehen und gegebenenfalls professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Die Mediennutzung wird speziell in den meisten Erziehungs- und Familienberatungsstellen behandelt. Die Universität Bochum hat übrigens speziell für Internetsüchtige schon seit September letzten Jahres eine Online-Ambulanz gegründet.

Ansonsten muss es sich bei einem problematischen oder exzessiven Internetverhalten auch nicht unbedingt um eine Sucht handeln. Wichtig ist auf jeden Fall, frühzeitig die davon Betroffenen über die möglichen Gefahren aufzuklären und vor allem Grenzen zu setzen.

Über Philipp Egger 3 Artikel
Philipp Egger ist ein professioneller Redakteur und ein erfahrener Content Manager bei Essayhilfe. Sie können ihn direkt über Facebook erreichen.

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