Opportunitätskosten: Definition, Beispiele und Erklärungen

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Zwei Hände mit Münzen in der Hand
Im Fachbereich der Wirtschaftswissenschaften wird durch den Begriff Opportunitätskosten grundsätzlich ein entgangener Nutzen beschrieben. Abb.: Frantisek_Krejci/pixabay.com

In der Wirtschaft spielt der Begriff der Opportunitätskosten eine wichtige Rolle. Alternative Bezeichnungen, die häufig gebraucht werden, sind auch Verzichtkosten, Alternativkosten oder Schattenpreis. Im Fachbereich der Wirtschaftswissenschaften wird durch den Begriff Opportunitätskosten grundsätzlich ein entgangener Nutzen beschrieben. Also eine Handlungsalternative, die einen entgangenen Ertrag nach sich gezogen hat. In der Umgangssprache wird anstatt von Opportunitätskosten auch von den Kosten entgangener Gewinne gesprochen. Hervorzuheben ist dabei allerdings, dass es sich bei den Opportunitätskosten um keine klassischen Kosten, die beispielsweise von einer Kosten- und Leistungsrechnung bekannt sind, handelt. Sie werden lediglich dazu genutzt, um entgangene Alternativen zu quantifizieren.

Die Definition der Opportunitätskosten

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Im klassischen Sinne werden die Opportunitätskosten also so definiert, dass es sich um entgangene Deckungsbeiträge einer nicht durchgeführten Handlungsmöglichkeit handelt. Eine besondere Bedeutsamkeit kommt den Opportunitätskosten zu, wenn ein Engpass vorliegt und eine Vergleichsgröße zu dem erzielbaren Deckungsbeitrag benötigt wird, zum Beispiel, wenn Preisuntergrenzen ermittelt oder ein neues Produktprogramm ausgewählt werden musst.

Der betriebswirtschaftliche Bereich

Im Bereich der Betriebswirtschaft bezieht sich die Identifizierung der Opportunitätskosten vor allem auf Situationen, in denen es um Fragen nach den opportunitätskostenorientierten Lenkpreisen, Ermittlungen eines idealen Produktionsprozesses oder Entscheidungen hinsichtlich zusätzlicher Aufträge geht.

Der volkswirtschaftliche Bereich

Im Fokus stehen in der Volkswirtschaft hinsichtlich der Opportunitätskosten dagegen entgangene Nutzen, das Konzept der Transformationskurve oder der Vergleich von Kostenvorteilen. Es wird außerdem in zwei verschiedene Arten der Opportunitätskosten unterschieden, nämlich in die output- und die inputbezogenen Kosten.

Die inputbezogenen Opportunitätskosten

Wird der Deckungsbeitrag eines produzierten Gutes hinsichtlich eines Inputfaktors relativiert, entstehen die inputbezogenen Opportunitätskosten. Zu diesen Inputfaktoren zählen beispielsweise Tonnen, Stück oder auch Arbeitsstunden. In einem solchen Fall handelt es sich um einen relativen Deckungsbeitrag.

Für die Beurteilung von Opportunitätskosten ist es allerdings nicht zwingend nötig, Deckungsbeiträge zu nutzen. Eine relative Betrachtung von entgangenen Umsätzen, Marktanteilen oder Akquisen ist ebenfalls denkbar. Durchgesetzt haben sich dennoch die entgangenen Stückdeckungsbeiträge, da durch sie ein einfacherer Vergleich möglich ist.

Die outputbezogenen Opportunitätskosten

Bei den outputbezogenen Opportunitätskosten handelt es sich um entgangene Deckungsbeiträge. Es sind damit die Kosten einer Alternative, welche sich auf den jeweiligen Output eines Produktionsvorganges beziehen.
Es findet dabei wiederum eine Unterscheidung zwischen Alternativ- und Optimalkosten statt. Die Alternativkosten weichen von der nächstmöglichen Alternative ab, die Optimalkosten von der Alternative der jeweiligen optimalen Verwendung.

Beispiele für die Opportunitätskosten

Das Konzept der Opportunitätskosten kann durch zwei Beispiele am besten dargestellt werden.

Wird für den Erwerb einer Immobilie Kapital investiert, wird dieses Geld nicht anderweitig verzinst oder angelegt. Somit findet ein Verzicht auf Zinserträge statt, welche mit dem Kapital eigentlich hättet erwirtschaftet werden können, das nun in die Immobilie investiert wurde. Die Zinserträge, die somit nicht realisiert wurden, bilden die Opportunitätskosten ab.

Auch, wenn insgesamt lediglich zwei Stunden Zeit zur Verfügung stehen, können diese nur genutzt werden, um entweder ins Schwimmbad oder ins Kino zu gehen. Der entgangene Nutzen des Besuchs im Schwimmbad entspricht den Opportunitätskosten, wenn der Kinobesuch gewählt wird.

Das Konzept der Opportunitätskosten legt damit zu Grunde, dass alle Handlungsoptionen, die nicht genutzt werden, Kosten nach sich ziehen.

Über Marvin 738 Artikel
Marvin hat seine Ausbildung zum IT-Systemkaufmann 2011 bei der Deutschen Telekom AG abgeschlossen und bloggt seit 2014 regelmäßig rund um die Themen Ausbildung, Karriere, Wirtschaft und IT auf itsystemkaufmann.de. Außerdem hat er sich seit vielen Jahren dem Online-Marketing verschrieben und ist als selbstständiger Online-Marketing-Berater unter www.web-malocher.de tätig.

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