Was ist der Unterschied zwischen DSL, VDSL und dem sogenannten Fiber-Internet?

Die Art des Breitbandanschlusses ist entscheidend für die Performance

Breitband Geschwindigkeit als Tachometer dargestellt
Die Breitbandanschlüsse unterscheiden sich vor allem in den unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Grafik: cybrain/Shutterstock.com
Was ist der Unterschied zwischen DSL, VDSL und dem sogenannten Fiber-Internet?
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Internetanbieter bieten Breitband in verschiedenen Ausführungen und Qualitäten an, die nicht immer alle überall verfügbar sind. Generell haben Kunden, insbesondere in Großstädten und Ballungszentren die Wahl unter DSL, VDSL und UFB oder Glasfaser. Damit jeder Nutzer entscheiden kann, welche technische Lösung für ihn die individuell Beste ist, ist es notwendig zu wissen, was die einzelnen Anschlussvarianten können – und was eben nicht!

ADSL

Hinter dieser Abkürzung verbirgt sich die Asymmetric Digital Subscriber Line. Denn eigentlich wird in Deutschland, so wie in ganz Europa DSL nicht mehr verwendet. Grund dafür ist, das ADSL als Weiterentwicklung in der Lage ist, unterschiedliche Bandbreiten für beide Richtungen bei der Datenübertragung zu nutzen, was DSL nicht kann.

Eine ADSL-Verbindung nutzt normale Kupfer-Telefonleitungen, die nicht von Sprachanrufen belegt werden. Der Vorteil dieser Verbindungsart besteht darin, dass keine speziellen Leitungen installiert werden müssen. Sie ist daher kostengünstiger als andere Breitbandformen und sie ist im Prinzip an jedem Ort verfügbar.

Mit ADSL können Downloadgeschwindigkeiten von bis zu 24 Mbps erreicht werden, allerdings ist die Geschwindigkeit beim Upload erheblich eingeschränkt. Die Geschwindigkeit beim Up- und Download wird durch den Zustand und die Qualität der genutzten Kabel, die Entfernung zwischen Nutzer und dem Standort des Anbieters sowie durch Rauschen oder Interferenzen in der Leitung beeinflusst.

Aufgrund der teilweise sehr stark differierenden Geschwindigkeiten von Down- sowie Upload wird diese Verbindung als asymmetrisch bezeichnet. Die neuste Entwicklung ist das ADSL2+, eine neue Generation von ADSL-Verbindungen. Sobald diese Technik flächendeckend installiert ist, werden höhere aber noch immer asynchrone Geschwindigkeiten möglich sein.

VDSL

Very High Speed Digital Subscriber Line bedeutet diese Abkürzung. Dahinter stecken Dienste mit sehr hoher Bitrate, die in Bezug auf die Geschwindigkeit und das technisch-physikalische Verhalten dem Kabel-Internet näher sind, als dem ADSL-Verfahren.

Bei Downloads kann es bis zu fünfmal und bei Uploads zehnmal schneller sein als ADSL. Die maximale Upload-Geschwindigkeit liegt bei rund 60 Mbps, wenn der Nutzer in akzeptabler Reichweite zum Anbieter wohnt. Das Signal ist im Upstream genauso stark wie im Downstream. VDSL erreicht dies mit einer effizienteren Nutzung der Telefonleitungen und durch eine Konfiguration, die die Entfernung des Signals effektiv verkürzt. Kürzere Entfernungen bedeuten weniger Degradation und eine zuverlässigere Verbindung. Durch die höhere verfügbare Bandbreite bietet VDSL insgesamt eine bessere Leistung als ADSL. Die Bandbreite kann von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich ausfallen und ist letztlich natürlich auch vom Tarif abhängig. Eine gute Übersicht bieten Plattformen wie dslvertrag.de, die einen direkten Vergleich der DSL-Anbieter ermöglichen. Die Entfernung und der Zustand der Kabel können sich jedoch immer noch auf die Leistungsfähigkeit von VDSL auswirken.

UFB / FIBER

Ultra-Fast Broadband (UFB), auch bekannt als Fiber Internet, taucht an immer mehr Orten auf. Diese Hochtechnologie verspricht bis zu 1 Gbps für Uploads und Downloads, was aber nur in Ausnahmefällen und unter besonders günstigen Voraussetzungen zu realisieren ist. Üblich sind aber bereits Geschwindigkeiten um 300 Mbps, was beachtenswert rasante Werte sind.

UFB bietet sich für Haushalte an, in denen mehrere Personen das Internet häufig oder permanent nutzen und große Datenmengen zu bewältigen haben. Das gilt natürlich auch für Unternehmen, die auf eine überlegene Internetleistung angewiesen sind. UFB nutzt keine Telefonleitungen sondern verwendet kleinere, leichtere Glasfaserkabel mit Glasleitern. Diese Leiter übertragen Lichtsignale anstelle von Elektrizität, so dass sie nicht durch elektrische Interferenzen, Induktion oder andere Quellen gestört oder durch Blitzeinschlag beschädigt werden. Dies führt zur klarsten und konsistentesten Breitbandverbindung, die derzeit verfügbar ist. Genau hier liegt das Problem, denn Glasfaserkabel sind fast ausschließlich in Großstädten verfügbar und dort nicht in allen Stadtteilen. Experten schätzen, dass die flächendeckende Verlegung von Glasfaserkabeln und damit auch in ländlichen Gebieten, noch rund 25 Jahre auf sich warten lassen wird.

Welches Breitband-Format ist die beste Option?

Verfügbarkeit und Preis sind die wichtigsten Faktoren bei der Wahl zwischen ADSL, VDSL und UFB. Wichtig ist vorab festzustellen, welche Breitbandverbindungen überhaupt verfügbar sind.

Werden lediglich E-Mails versendet und soziale Netzwerke genutzt, dann ist ADSL fast immer ausreichend. Es sei denn, der Nutzer wohnt zu weit vom Anbieter entfernt. Dann kann selbst das Öffnen des digitalen Postfachs in der Tat zur Qual werden. Das Streaming von Medien jeder Art erfordert mindestens eine VDSL-Verbindung. VDSL ist auch eine kostengünstige Wahl für kleine Unternehmen, die interne Netzwerke betreiben.

Für Großanwender und Haushalte oder Unternehmen, in denen täglich mehrere Computer oder Geräte auf große Datenmengen zugreifen, bietet UFB die beste Leistung.

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Über Marvin 528 Artikel
Marvin hat seine Ausbildung zum IT-Systemkaufmann 2011 bei der Deutschen Telekom AG abgeschlossen und bloggt seit 2014 regelmäßig rund um die Themen Ausbildung, Karriere, Wirtschaft und IT auf itsystemkaufmann.de. Außerdem hat er sich seit vielen Jahren dem Online-Marketing verschrieben und ist als selbstständiger Online-Marketing-Berater unter www.web-malocher.de tätig.

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