Was ist eine Tracing-App?

Nutzen und Funktionen einer Tracing-App

Eine Tracing-App auf einem weißen Smartphone
Die Funktionsweise einer Tracing-App ist vielen Smartphone-Nutzern noch nicht bewusst. Foto: Daria Nipot/bigstockphoto.com

Eine Tracing-App für das Smartphone macht es möglich, einfach zu lokalisieren, wo sich das Handy beziehungsweise der Nutzer gerade aufhält. Auch besteht so die Möglichkeit, herauszufinden, mit welchen anderen Personen sich der Nutzer am gleichen Ort aufgehalten hat. Besonders in Zeiten der aktuellen Corona-Pandemie, ist die Tracing-App in aller Munde – denn, sie könnte dabei helfen, die weitere Ausbreitung des Virus einzudämmen.

Der Unterschied zwischen Tracing und Tracking

Mit der Methode des Tracings soll es in der aktuellen Corona-Pandemie ermöglicht werden, gezielt nachzuverfolgen, welche Menschen miteinander Kontakt hatten. Die Begriffe Tracing und Tracking werden dabei oft synonym verwendet, allerdings ist dies nicht korrekt. Beim Tracking der Daten der Nutzer, erfolgt die Verfolgung in Echtzeit, zum Beispiel mit Hilfe von GPS-Daten. Das Tracing ordnet die Daten erst zeitlich versetzt zu.

Besonders im Bereich von Ortungsdiensten oder dem Online-Marketing wird der Begriff Tracking häufig verwendet. Durch die Nutzung von Bewegungsdaten ist dabei eine Live-Nachverfolgung möglich. Tracing kann dagegen mit dem Begriff Rückverfolgung gleichgesetzt werden. Angewendet wird die Tracing-Methode normalerweise besonders häufig in der Logistik, wenn beispielsweise verschiedene Stadien in der Lieferkette abgerufen werden.

Die App, deren Einführung in Deutschland nun angestrebt wird, soll sich der Methode des Tracings statt des Trackings bedienen. Unter der Nutzung von Bluetooth können sich über die App potentielle Kontaktpersonen registrieren. Wenn sich bei einem Nutzer eine Infektion mit dem Corona-Virus bestätigt, dann werden die Kontaktpersonen darüber informiert, dass sie möglicherweise ebenfalls infiziert sein könnten. Natürlich muss dafür die Voraussetzung gegeben sein, dass beide betroffenen Personen die App auf ihrem Smartphone installiert haben.

Die Tracing-App soll innerhalb Europas die sogenannte PEPP-PT-Technologie nutzen. Hier arbeiten bereits verschiedene Institutionen an der entsprechenden Umsetzung, wie beispielsweise das RKI in Kooperation mit dem BSI. Die Technologie basiert auf einer Kontaktmessung, die über eine Bluetooth-Verbindung abläuft.

Was bedeutet eine Tracing-App für die Nutzer?

Der größte Kritikpunkt liegt sicherlich im Bereich des Datenschutzes. Allerdings wird durch die Entwickler versichert, dass der Datenschutz durch die Nutzung einer PEPP-PT basierten Tracing-App nicht gefährdet wird. Die gespeicherten Tracing-Daten werden nach einer Dauer von 21 Tagen automatisch gelöscht. Darüber hinaus sollen die erfassten Informationen lediglich auf den entsprechenden Geräten abgelegt werden, ohne, dass diese auch auf zentralen Servern gespeichert werden.

Tracing-Apps liefern im Alltag also durchaus wertvolle Informationen und können auch in Krisenzeiten große Hilfe leisten. In der aktuellen Corona-Krise kann die App allerdings nur dann zu Erfolg verhelfen, wenn diese von so vielen Menschen wie möglich genutzt wird. Experten gehen davon aus, dass es nötig sein wird, dass zwischen 60 und 80 Prozent aller Bürger in Deutschland die App auf ihrem Smartphone nutzen müssen, damit Infektionsketten korrekt identifiziert werden können.

Die Funktion der Tracing-App

Wie bereits geschildert, basiert die Tracing-App auf der Technologie PEPP-PT. Die Daten der Nutzer werden in einem ersten Schritt anonymisiert, indem in gewissen Intervallen stets neue Geräte-IDs generiert werden. Diese ID stellt für den Zeitraum von rund 60 Minuten die Erkennung für das jeweilige Smartphone dar. Die ID wird auf dem Gerät erst dann gespeichert, wenn sich zwei Smartphones länger als 15 Minuten am gleichen Ort befinden. Es werden dabei keine Bewegungsdaten oder Standortinformationen erhoben. Damit die App allerdings überhaupt funktionieren kann, muss auf dem Smartphone Bluetooth aktiviert sein.

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Über Marvin 706 Artikel
Marvin hat seine Ausbildung zum IT-Systemkaufmann 2011 bei der Deutschen Telekom AG abgeschlossen und bloggt seit 2014 regelmäßig rund um die Themen Ausbildung, Karriere, Wirtschaft und IT auf itsystemkaufmann.de. Außerdem hat er sich seit vielen Jahren dem Online-Marketing verschrieben und ist als selbstständiger Online-Marketing-Berater unter www.web-malocher.de tätig.

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