Was man gegen Angst im Beruf und auf der Arbeit tun kann

Ein junges Mädchen guckt ängstlich und auf ihr zeigen ganz viele Finger
Viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer leiden unter Angstzuständen im Berufsalltag. Abbildung: pathdoc/Shutterstock.com
Was man gegen Angst im Beruf und auf der Arbeit tun kann
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Ängste kennt jeder und das schon von Kindesbeinen an. Obwohl die Angst eigentlich durchaus einen sinnvollen Ursprung hat – sie soll uns nämlich vor drohenden Gefahren schützen und zur Flucht motivieren – ist sie gerade im Berufsleben fehl am Platz. Nur wenige Menschen gestehen sich überhaupt ein, dass die Angst ihr täglicher Begleiter bei der Arbeit ist. Angst im Beruf gilt bis heute als Tabuthema.

Zu den eigenen Ängsten stehen

Es gibt viele Gründe, warum erwachsene Menschen Angst im Berufsleben haben. Dem Einen drückt der Konkurrenzkampf auf das Gemüt, der Andere hat ungesunden Respekt vor einem besonders dominanten Kollegen. Doch eines haben die Angstvollen alle gemeinsam: Sie verheimlichen ihre Ängste vor der Außenwelt. Doch dieses Verhalten kommt nicht von ungefähr. Von unserem Umfeld werden gewisse Schwächen nämlich nicht gerne gesehen und von der Gesellschaft schon gar nicht.

Ständig bekommt man zu hören, dass man gerade in Karriere-Dingen selbstbewusst zu sein hat, gar fordernd auftreten soll, wenn es zum Beispiel um die Gehaltserhöhung geht. Wer soll da noch den Mut aufbringen, zu seinen Ängsten zu stehen? Doch gerade das zu schaffen, ist wichtig – und zwar um unseretwillen. Es kann die menschliche Seele nämlich auf Dauer schädigen, wenn Ängste zu lange im Inneren verborgen bleiben. Und genau hier findet sich der erste Ansatz, um den Ängsten im Beruf effektiv entgegenzuwirken: Wir müssen zu unseren Ängsten stehen und diese am besten verbalisieren. Wenn man erst einmal den Mut gefasst hat, die eigene Beklemmung den Kollegen oder Vorgesetzten gegenüber auszusprechen, schrumpft die Angst von ganz alleine. Sie wird enttabuisiert.

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Einen Schlussstrich ziehen

Wenn die lähmende Angst ein täglicher Begleiter auf dem Weg zur Arbeit ist, dann mindert das die Lebensqualität. Sofern die Ursache für die panischen Gefühle nicht behoben werden kann, muss manchmal ein endgültiger Schlussstrich gezogen werden. Im Klartext: Es ist Zeit für die Kündigung. Natürlich ist es nicht so einfach, den sicheren Job an den Nagel zu hängen. Doch obwohl dieser Schritt erst einmal neue Ängste mit sich bringen wird, lohnt sich die Trennung vom Arbeitgeber auf lange Sicht. Wer sich jahrelang immer wieder denselben unangenehmen Situationen bei der Arbeit aussetzt, ohne aktiv etwas dagegen zu tun können, der wird seine Psyche dauerhaft schädigen. Nicht selten endet die anhaltende Angst vor bestimmten Situationen, Aufgaben oder Menschen dann in einer ernsthaften psychischen Krankheit. Langfristig gesehen sind Erkrankungen wie Depressionen oder Burn-out schlimmer als der Wechsel des Jobs.

Existenzielle Ängste verlangen oftmals eine Therapie

Wenn sich die düsteren Gedanken vor allem darum drehen, dass man bestimmte Aufgaben nicht bewältigen kann oder den Chef enttäuscht, dann handelt es sich eigentlich um die Angst davor, den Job zu verlieren. Diese Angst ist häufig viel tiefer begründet, als es der Betroffene selbst wahrnimmt. Die Wurzeln des Problems liegen in diesem Fall in schwerwiegenden existenziellen Ängsten. Sogenannte Urängste können allerdings nicht so einfach abgelegt werden. Tipps wie „Denk doch mal ein bisschen positiver“ oder „Kopf hoch“ Helfen an dieser Stelle nicht weiter. Stattdessen sollte man sich überlegen, woher die Ängste vor der Armut, der Joblosigkeit oder gar der Einsamkeit kommen. Oftmals sind die Ursachen für derartige Gedanken in der Kindheit oder Jugend verwurzelt. Entweder man hat als Kind selbst in einer Familie gelebt, welche am Existenzminimum leben musste oder man hat die Szenarien des wirtschaftlichen Untergangs und der Arbeitslosigkeit anderweitig miterlebt. Wenn die Gründe für die Angst vor dem Versagen bzw. vor dem Verlust der Arbeitsstelle in der Vergangenheit liegen, so kann der Gang zu einem Psychologen helfen. Wer psychologische Hilfe in Anspruch nehmen muss, der braucht sich davor ganz sicher nicht zu schämen. Ganz im Gegenteil: Es ist ein Zeichen von Stärke, wenn man die eigenen Probleme erkennt und sich einem Fachmann anvertraut.

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Die Angst vor dem eigenen Versagen mindern

Viele Menschen haben Angst vor ganz bestimmten Situationen. Sie haben im Prinzip weder ein Problem mit ihren Kollegen, Vorgesetzten oder mit den Aufgaben selbst, sondern straucheln bei bestimmten Terminen. Dabei kann es sich zum Beispiel um eine Präsentation oder eine Gehaltsverhandlung handeln. Viele Arbeitnehmer haben zudem Angst vor einem wichtigen Bewerbungsgespräch – dieses Phänomen kann ist beinahe als normal zu bezeichnen. Wem zittern nicht ein wenig die Hände, wenn er einem potenziellen neuen Arbeitgeber Rede und Antwort stehen muss? Hinter dieser Art der Angst steckt zumeist die sogenannte Versagensangst. Dieser kann allerdings recht effektiv entgegengewirkt werden. Je sicherer wir in einen unangenehmen und vielleicht sogar einschüchternden Termin gehen, desto weniger ängstlich sind wir. Aus diesem Grund kann die Versagensangst gemindert werden, indem man sich bestmöglich vorbereitet. Wer sich seiner Sache sicher ist und genau weiß, wovon er spricht, der wird automatisch selbstbewusster. Mehr Selbstbewusstsein bedeutet weniger Angst. Ein weiterer positiver Nebeneffekt: Wer sich gut auskennt, der konzentriert sich während des Termins viel mehr auf handfeste Inhalte als auf unwichtige Nebensächlichkeiten. Skeptische Blicke von Kollegen oder das Hochziehen der Augenbraue eines Personalers haben dann keine so große Wirkung mehr auf uns.

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Über Marvin 519 Artikel
Marvin hat seine Ausbildung zum IT-Systemkaufmann 2011 bei der Deutschen Telekom AG abgeschlossen und bloggt seit 2014 regelmäßig rund um die Themen Ausbildung, Karriere, Wirtschaft und IT auf itsystemkaufmann.de. Außerdem hat er sich seit vielen Jahren dem Online-Marketing verschrieben und ist als selbstständiger Online-Marketing-Berater unter www.web-malocher.de tätig.

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