Tinnitus durch Stress am Arbeitsplatz: Symptome und Behandlung

Oxidativer Stress gefährdet die Gesundheit vieler Arbeitnehmer

Ein junger Mann hält sich mit der Hand das rechte Ohr fest.
Viele Tinnitus-Betroffene beschreiben das Ohrensausen als eine Art Brummen, Rauschen oder Pfeifen. Foto: Milkos/bigstockphoto.com

Wer an einem akuten Tinnitus leidet, der kann sich kaum noch auf etwas anderes konzentrieren, als auf das ständige Geräusch in den Ohren. Doch woher kommt der Tinnitus und warum wirkt sich Stress negativ aus? Noch wichtiger ist wohl die Frage danach, wie man den Tinnitus wieder schnell und vor allem langfristig los wird. Diese und weitere Fragen klärt der folgende Beitrag.

Zusammenhang zwischen Stress bei der Arbeit und Tinnitus

Inzwischen gibt es kaum noch Mediziner oder Laien, die an der Tatsache zweifeln, dass andauernder Stress  mit der Zeit zu einem Tinnitus und vielen weiteren Krankheiten führen kann. Vor allem jene Menschen, die bei der Arbeit permanent überlastet werden, tragen im Alltag ein höheres Risiko, am unangenehmen Ohrgeräusch zu erkranken. Auch engmaschige Termine, ständiger Druck von oben oder ein schlechtes Betriebsklima wirken sich negativ auf die menschliche Gesundheit aus. Mit verheerenden Folgen.

Natürlich gibt es zahlreiche Menschen, die einen stressigen Beruf ausführen und dennoch niemals am Ohrensausen erkranken. Das liegt in erster Linie daran, dass die betroffenen Personen den Stress vielleicht gar nicht als negativ empfinden. Je resistenter jemand gegen akuten Stress ist, desto eher kann er Phasen mit viel Druck und wenig Freizeit vertragen. Doch dazu gehört ein wenig Übung oder von Natur aus ruhige sowie ausgeglichene Wesenszüge.

Wird der Stress ganz klar als etwas Negatives erlebt, so ist die Motivation etwas zu tun nicht mehr länger vorhanden und Menschen möchten am liebsten alles hinwerfen. Ist das nicht ohne Weiteres möglich, so können sich sogenannte Stressoren zeigen. Unter diesem Begriff werden alle Symptome zusammengefasst, welche aufgrund von Stress entstehen können.

Wenn Menschen gerade akuten Stress verspüren, kann der Tinnitus unter Umständen sogar als besonders laut wahrgenommen werden. Typisch für diesen Stressoren ist es, dass er als eine Art innerer Lärm wahrgenommen wird, der immer lauter wird, je länger die negativ empfundene Phase andauert.

Ein junger Mann sitzt vor seinem Notebook und wirkt gestresst.
Negativ empfundener Stress kann ein Auslöser für Tinnitus sein. Foto: fizkes/bigstockphoto.com

Symptome für den Tinnitus erkennen

Manche Menschen sind stärker anfällig für den Tinnitus als andere. Das liegt vor allem an einer Vorbelastung durch eine schwierige Kindheit, Stress im privaten Umfeld oder eine generelle Empfindlichkeit gegenüber Stress. Tragen Personen eine solche Vorbelastung in sich, so ist der Tinnitus in der Regel ausgeprägter und bleibt zudem länger bestehen, als bei Menschen ohne eine Vorbelastung. Um das nervende Ohrensausen möglichst schnell und dauerhaft loszuwerden, ist es wichtig, den Tinnitus schon so früh wie möglich zu erkennen.

Tinnitus wird im Hinblick auf das entstehende Geräusch von verschiedenen Personen als unterschiedlich beschrieben bzw. interpretiert. Viele Betroffene beschreiben das Ohrensausen als eine Art Brummen, Rauschen oder Pfeifen. Manche Erkrankte sind eher der Meinung, es handle sich um eine Art monotones Summen oder ein anhaltendes Pfeifen, da mit der Zeit immer lauter und intensiver wird.

Die störenden Geräusche können entweder nur auf einem Ohr oder auf beiden Ohren auftreten. Zudem kommt es immer wieder vor, dass Menschen nur ein einziges Mal oder wenige Male in ihrem Leben den Tinnitus bewusst wahrnehmen und das Ohrensausen danach wieder verschwindet. Typisch für das Ohrensausen ist es in jedem Fall, dass die Geräusche im Takt mit dem eigenen Puls auftreten. Das liegt daran, dass der Tinnitus in der Folge von bestimmten Gefäßveränderungen entsteht.

Wer an Tinnitus leidet, der beobachtet in der Regel noch weitaus mehr Symptome, als nur das nervende Geräusch in Form eines Piepens, Summens oder Brummens. Mit diesem Symptom geht einher, dass Betroffene sehr empfindlich auf laute Geräusche aus der Umwelt reagieren. Hier besteht eine gewisse Ähnlichkeit zur Migräne, die ebenfalls durch Stress ausgelöst werden kann. Zudem kann der Tinnitus zu einer Minderung des Hörens führen, weil andere Geräusche vom Ohrensausen schlichtweg überlagert werden.

Veränderter Lebensstil kann helfen

Wer aktiv etwas gegen den Tinnitus tun möchte, der sollte seinen Alltag und vor allem das Berufsleben überdenken. In welchen Situationen tritt der Tinnitus gehäuft auf? Wer diese Frage nicht auf Anhieb beantworten kann, der sollte sich im beruflichen Alltag genau beobachten und im Zweifel ein kleines Protokoll über das Auftreten des Ohrensausens führen. So lässt sich herausfinden, welche Situationen besonders schlecht vertragen werden.

Im Anschluss können sich Betroffene genau überlegen, welche Situationen verbessert, verändert oder gänzlich vermieden werden können, um den Stresspegel dauerhaft zu senken. In diesem Zusammenhang ist es besonders wichtig, dass sowohl der Arbeitgeber als auch die direkten Vorgesetzten und Kollegen mit einbezogen werden. Auf diese Weise kann es klappen, dass Menschen mit Tinnitus von der Gemeinschaft besser aufgefangen und entlastet werden. Zeigt das berufliche Umfeld keinerlei Verständnisse, hilft es nur, die Beteiligten ausreichend aufzuklären.

Wer es auf die Dauer nicht schafft, ständigen Stress bei der Arbeit zu vermeiden, der hat nur noch eine Möglichkeit: den Job zu wechseln. Das ist im echten Leben natürlich leichter gesagt als getan. Dennoch ist dieser Schritt unvermeidlich, wenn das Ohrensausen endlich wieder weggehen soll. Wer nichts unternimmt, der riskiert sogar, dass der Tinnitus chronisch wird und immer wieder auftritt. Zudem kann die Gabe von Medikamenten notwendig werden, um die Psyche zu schonen und das Ohrensausen zu eliminieren.

Oxidativer Stress: schlecht für die menschliche Gesundheit

Einige Mediziner entscheiden zwischen dem sogenannten oxidativen und dem nitrosativen Stress. Während positiver Stress dafür sorgt, dass wir Höchstleistungen vollbringen und völlig konzentriert bei der Sache sind, kann der schädliche oxidative Stress dafür sorgen, dass der Körper mit der Zeit krank werden wird. Dauern die Phasen des oxidativen Stresses an, so können daraus der Tinnitus, chronische Kopfschmerzen und sogar klassische Zivilisationskrankheiten entstehen. Offizielle Studien liegen bisher zu dieser Thematik zwar nicht vor, doch die Annahme liegt nahe, dass negativer Stress alles andere als gesund ist.

Das Stichwort, um den störenden Tinnitus endlich in den Griff zu bekommen: Stress-Management. Betroffene müssen dringend dafür sorgen, dass es während stressiger Phasen bei der Arbeit immer wieder kurze und erholsame Pausen gibt. Je besser die zur Verfügung stehende Zeit geplant wird, desto weniger häufig entsteht zeitlicher Druck. Deshalb sollten Projekte möglichst lange im Voraus geplant werden. Einige zeitliche Puffer sorgen zusätzlich dafür, dass der Stresspegel bei den einzelnen Beteiligten niedrig bleibt. Außerdem helfen gezielte Atemübungen und Bewegung sowie frische Luft dabei, kurz los zulassen und sich bewusst zu entspannen. Danach geht es wieder mit neuem Elan und ohne Tinnitus an die Arbeit.

Weiterführende Informationen:

 

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Über Marvin 670 Artikel
Marvin hat seine Ausbildung zum IT-Systemkaufmann 2011 bei der Deutschen Telekom AG abgeschlossen und bloggt seit 2014 regelmäßig rund um die Themen Ausbildung, Karriere, Wirtschaft und IT auf itsystemkaufmann.de. Außerdem hat er sich seit vielen Jahren dem Online-Marketing verschrieben und ist als selbstständiger Online-Marketing-Berater unter www.web-malocher.de tätig.

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