Software-Lizenz kaufen – Darauf kommt es an

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Die Symbole aller Microsoft Office Programme auf violettem Hintergrund.
Word, Excel, PowerPoint, Outlook und OneNote – die beliebtesten MS Office Produkte. Abb.: Pixaline/pixabay.com

Wer eine Windows 10- oder Microsoft Office-Lizenz erwerben möchte, stellt oft fest, dass die Preisunterschiede zwischen einzelnen Anbietern oft enorm sind. Während eine Windows-Lizenz im Microsoft-Shop um die 150 Euro kostet, verlangt ein Lizenzshop nur 20 Euro dafür. Da stellt sich manch einer berechtigterweise die Frage, wie diese Lizenzshops die Software so günstig anbieten können und ob es sich dabei überhaupt um legale Lizenzen handelt. Wenn man einige Dinge beachtet, kann man jedoch bedenkenlos zugreifen und so bis zu einige hundert Euro sparen.

Was ist der Vorteil von gebrauchter Software?

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Der Kauf von gebrauchter Software lohnt sich aus mehreren Gründen. Zunächst einmal lässt sich damit häufig sehr viel Geld sparen. Wer nicht immer die neueste Version eines Programms benötigt, muss auch nicht extra Geld für die aktuellste Software ausgeben. Manchmal kommt es auch vor, dass ein Hersteller neue Softwarepakete nur noch im Rahmen eines Abomodells anbietet (zum Beispiel Adobe). Wer die Software daher nicht regelmäßig benötigt, für den lohnt sich das Abschließen eines Abos oft gar nicht. Dasselbe Problem haben auch Nutzer bei den Microsoft Office-Produkten, da Microsoft immer mehr auf seine Office 365-Suite setzt, die ebenfalls nur im Rahmen eines Abos genutzt werden kann. Wer lediglich sporadisch Word und Excel benutzen möchte, ist beispielsweise mit dem Erwerb von Office 2019 Professional Plus besser beraten. Ein weiterer Vorteil von Software ist, dass sie sich im Lauf der Zeit auch nicht abnutzt, kann man diese theoretisch ewig verwenden – vorausgesetzt natürlich, dass sie auf dem Betriebssystem läuft.

Woher bekommen Lizenzshops die Lizenzen?

Bei den meisten Lizenzen, die Lizenzshops zu günstigen Preisen anbieten, handelt es sich um OEM- oder Volumenlizenzen. OEM-Lizenzen (Original Equipment Manufacturer) liegen den vorinstallierten Programmen auf Laptops oder PCs bei. Volumenlizenzen werden dagegen oft von Unternehmen für ihre Mitarbeiter gekauft. Hier entsteht manchmal ein Überschuss an Lizenzen, da im Rahmen des Vertrags mehr erworben wurden, als tatsächlich gebraucht werden. So liegen Software-Lizenzen bei Unternehmen ungenutzt herum. Schon 2012 hat der Europäische Gerichtshof entschieden, dass Unternehmen unter bestimmten Bedingungen ihre überschüssigen Lizenzen verkaufen dürfen. Lizenzshops kaufen diese überschüssigen Lizenzen dann zu einem kleinen Preis auf, und verkaufen sie günstig weiter.

Der Verkauf von OEM- und Volumenlizenzen ist legal, sofern der Händler einige Dinge beachtet. Die Lizenz muss demnach innerhalb der EU zum erstmaligen Vertrieb bereitgestellt worden sein. Das heißt, dass Lizenzen, die zum Beispiel für den asiatischen Raum bestimmt waren, nicht legal in der EU verkauft werden dürfen. Außerdem darf es sich bei den Lizenzen nicht um zeitlich befristete Lizenzen handeln, und sämtliche mit dieser Lizenz verknüpfte Softwarekopien, die der Vorbesitzer hatte, müssen gelöscht bzw. unbrauchbar gemacht worden sein.

Im Fall vom Weiterverkauf von OEM-Lizenzen muss der Händler die aufgekauften Installationsschlüssel an Microsoft melden. Microsoft liefert dann Original-Setup-DVDs und neue Installationsschlüssel, die die Kunden des Händlers dann erwerben können. Man spricht dann von MAR-Lizenzen (Microsoft Authorized Refurbisher). Hier garantiert der Händler, dass die Lizenzen legal sind. Falls die Aktivierung der Software nicht gelingt, ist der Händler verantwortlich und muss für Ersatz sorgen.

Worauf sollte man beim Kauf einer Lizenz achten?

Wer absolut auf Nummer sicher beim Kauf von gebrauchter Software gehen möchte, sollte sich einen Händler aussuchen, der im Rahmen der Software-Lieferung zusätzlich einen Lieferschein beilegt, eine Rechnung, eine Bestätigung, dass die Software mit der zugehörigen Lizenz auf sämtlichen Vorgängergeräten gelöscht wurde, und einen Nachweis, dass er die Lizenz rechtmäßig erworben hat. Bei vielen Lizenzshops erhält man einen Installationsschlüssel nur per Email, ohne die oben genannten Nachweise. Das muss allerdings nicht heißen, dass es sich dabei um einen unseriösen Händler handelt, der seine Keys aus dem Nicht-EU-Ausland bezieht.

Unseriöse Anbieter verkaufen einen Installationsschlüssel oft mehrmals. Wenn man versucht, diesen Schlüssel bei der Installation zu aktivieren, bekommt man dann oft die Meldung, dass dieser schon auf einem anderen Gerät aktiviert wurde.

Hilfreich bei der Auswahl eines Lizenzshops sind andere Nutzermeinungen und Bewertungen. Auch sollte man auf der Internetseite des Händlers ins Impressum schauen. Hat das Unternehmen seinen Sitz außerhalb der EU sollte man von einem Kauf dort absehen. Ein deutschsprachiger Kundensupport, bei dem man im Zweifel nachfragen kann, woher die Softwarelizenzen stammen, ist ein weiteres Merkmal für einen seriösen Lizenzshop.

Über Norman 31 Artikel
Seit 2019 Redakteur auf itsystemkaufmann.de. Schwerpunkte unter anderem: IT, Gaming und Wirtschaft.

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