Von Twitch bis Facebook: Was man über Live-Streaming wissen muss

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Junges Mädchen drückt Live-Stream-Button
Live-Streaming ist als Technologie sowohl für Nutzer, als auch Unternehmen interessant. Foto: FotoCuisinette/shutterstock.com
Von Twitch bis Facebook: Was man über Live-Streaming wissen muss
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Live-Streaming Technologie hat in den letzten Jahren eine dominante Rolle bei Videospielen, Übertragungen von Sportereignissen und in den sozialen Medien eingenommen. Auch für IT-Systemkaufleute ist das Wissen über die Live-Streaming-Technologien inzwischen Pflicht. Was muss man zum Thema wissen und wie wird sich der Markt in Zukunft weiter entwickeln?

Was ist Live-Streaming?

Als Live-Streaming bezeichnet man Medien-Streaming Angebote, die in Echtzeit bereitgestellt werden. Meist geschieht dies mithilfe einer Encoder-Software, von der das Signal digital gewandelt wird und so über das Internet übertragen werden kann. Je nach Komprimierung und Qualität werden verschiedene Streaming-Codecs dafür verwendet. Zu unterscheiden ist es vom On-Demand-Streaming (bestes Beispiel: Netflix), bei dem vor-aufgezeichnete Videos oder Audiodateien auf Wunsch abgerufen werden. Software-Lösungen werden zum Beispiel von Microsoft, Real und Adobe angeboten. Noch vor etwas mehr als einer Dekade war Streaming für die meisten Internet-Nutzer undenkbar und viele Personen erinnern sich bestimmt noch daran, dass bei alten Modems selbst On-Demand-Videos in schlechter Qualität lange puffern mussten. Heute sind die Verbindungen allerdings so gut, dass Streaming in den meisten Ländern der Welt ohne Probleme möglich ist. In Deutschland gibt es inzwischen knapp 25 Millionen regelmäßige Nutzer von Live-Streaming Anbietern.

Wer streamt?

Gaming ist einer der Bereiche, in denen Live-Streaming in den letzten Jahren besonders populär geworden ist. Das liegt nicht zuletzt an Webseiten wie Twitch, auf denen Spiele-Fans live dabei sein können, wenn andere Nutzer Spiele wie Dota 2 oder League of Legends spielen.Twitch war auch maßgeblich dafür verantwortlich, dass E-Sport heute so ein großes Thema ist: Große Turniere wie die ESL (eSport League) haben Twitch als Plattform für sich entdeckt und können somit Millionen von begeisterten Zuschauern gleichzeitig erreichen – was für den E-Sport auch zwingend nötig war, denn erst seit einiger Zeit nehmen auch reguläre TV Sender den elektronischen Sport mit ins Programm auf. Neben den erwähnten Titeln sind es vor allem Spiele wie Overwatch und Hearthstone, die aktuell am meisten gestreamt werden. Wer das aktuell größte Phänomen, Playerunkown’s Battlegrounds, selbst ausprobieren will, kann sich das Spiel über die offizielle Steam-Seite kaufen.

Bereits bevor Twitch groß wurde, gab es Let’s Play Videos auf dem Klassiker unter den Video-Plattformen: YouTube. Channel wie Gronkh und Spiele wie Minecraft oder Five Nights at Freddy’s konnten nur dadurch groß werden, dass die YouTube Community schon immer begeistert von Videospielen war.Und seit die Internetverbindungen schneller geworden sind, rückt Live-Streaming immer mehr in den Mittelpunkt. Durch live übertragene Let’s Plays können bekannte YouTuber viel direkter mit ihren Abonnenten in Kontakt treten – und sparen sich nebenbei noch Produktionskosten. YouTube ist inzwischen zu einer wahren Goldgrube geworden: Analysten schätzen die Umsätze der Plattform auf 13 Milliarden Dollar im letzten Jahr. Internet-Berühmtheit Nummer Eins PewDiePie (Felix Kjellberg) hat mit seinem Channel im gleichen Zeitraum rund 15 Millionen Dollar eingenommen.

Online Casinos sind inzwischen ebenfalls einer der großen Orte für Live-Streaming geworden. Von Las Vegas bis Monte Carlo hat das Casino-Leben die Menschen schon immer fasziniert, wie man beim Online-Anbieter Betway nachlesen kann. Heute werden Glücksspiele vor allem über das Internet gespielt: Am Smartphone oder am PC über den Browser. Betway ist eines der Casinos, die sogenannte Live Casino Games anbieten – hier sieht der Nutzer zum Beispiel beim Blackjack den Kartendealer per Kamera live vor sich und kann so viel interaktiver ins Geschehen eingreifen. Bereits 2010 hatten Online Casinos die traditionellen Spielbanken beim Umsatz eingeholt – und heute ist Live-Streaming einer der größten Wachstumsbereiche der Branche.

Inzwischen will auch Facebook etwas vom Streaming-Kuchen abhaben und überträgt Turniere von League of Legends und Counter-Strike. Die ersten Versuche verliefen jedoch holprig, nur rund 5.000 Zuschauer schalteten beim ersten offiziellen Stream eines ESL Turniers ein – und mokierten zudem schlechte Qualität, sowie falsche Links zur ESL Webseite. Dennoch sollte man Facebook nicht unterschätzen, der Social Media Gigant wird schon allein aufgrund seiner Ressourcen bald ein ernstzunehmender Spieler auf dem Streaming-Markt sein. Bei all diesen Beispielen ist es natürlich zentral, dass die Streaming-Angebote sicher verschlüsselt sind.

Costumer Relations

Doch auch außerhalb von Gaming und Social Media werden Live-Streams immer beliebter. Firmen wie Apple, Samsung und Microsoft übertragen inzwischen ihre aufwendig gestalteten Produkt-Präsentationen live im Internet und halten so engeren Kontakt mit interessierten Käufern. Im Sport ist Streaming ebenfalls auf dem Vormarsch: Formel 1 Besitzer Liberty Media hat laut Berichten von Motorsport-Magazin für 2018 eine Streaming-Lösung für Fans angekündigt, die damit alle Rennen am Handy oder PC live sehen und zwischen 20 verschiedenen Cockpit-Perspektiven wechseln können. Junge Unternehmen benutzten die Technologie, um den Break Even Point noch schneller zu erreichen: Die Firma Tastemade nutzt beispielsweise Live-Streams, um ihren Kunden Hunger auf das vorgestellte Essen zu machen – der „Tiny Kitchen“ Live-Stream wurde über 3 Millionen mal angesehen und Tastemade setzt seitdem regelmäßig auf diese Möglichkeit des Marketings.

Fazit

Live-Streaming ist als Technologie sowohl für Nutzer, als auch Unternehmen interessant. Gaming, Sport und Social Media wären ohne Live-Streams nicht da, wo sie heute sind. Durch Seiten wie Twitch und Berühmtheiten auf YouTube wird der Markt in Zukunft ohne Zweifel noch weiter wachsen.

Über Marvin 451 Artikel
Marvin Mennigen hat seine Ausbildung zum IT-Systemkaufmann im Jahre 2011 bei der Deutschen Telekom AG abgeschlossen und bloggt seit 2014 regelmäßig rund um die Themen IT und Karriere auf itsystemkaufmann.de. Außerdem hat er sich seit vielen Jahren dem Online-Marketing verschrieben und ist als selbstständiger Online-Marketing-Berater unter www.web-malocher.de tätig.

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