Factoring als Zusatzfinanzierung für das eigene Business – So funktioniert´s

Factoring als Zusatzfinanzierung für das eigene Business – So funktioniert´s
Das Factoring bietet einen effektiven Schutz vor Zahlungsausfällen. Foto: nattanan23/pixabay.com

Um ein Unternehmen langfristig erfolgreich führen zu können, ist eine ausreichende Liquidität unerlässlich. Nur wenn kontinuierlich die nötigen finanziellen Mittel bereitstehen, ist es möglich, einen effektiven und reibungslosen Geschäftsablauf zu garantieren. Gerade für kleinere, mittlere und junge Unternehmen stellt die sichere Versorgung mit liquiden Mitteln jedoch in vielen Fällen eine große Herausforderung dar, da sie nicht selten noch um die Anerkennung bei Banken und Kunden kämpfen müssen.

Saisonale Schwankungen bei den Einnahmen können die finanzielle Ausstattung eines Unternehmens ebenso stark belasten wie die wettbewerbsbedingte Gewährung von langfristigen Zahlungszielen oder andere branchenspezifische Umstände. Um dennoch jederzeit über die für einen geordneten Geschäftsbetrieb benötigten Geldmengen verfügen zu können, hat sich das Factoring als ebenso unkompliziertes wie effektives Instrument erwiesen. Als sinnvolle Ergänzung zur klassischen Kreditfinanzierung ist das Factoring gerade für junge Unternehmen eine interessante Möglichkeit, zusätzlichen finanziellen Spielraum zu schaffen.

Mit dem Verkauf von Forderungen aus Kundenrechnungen an einen Factor ist es jedoch nicht nur möglich, sofortige Liquidität zu schaffen, sondern auch, das Risiko eines Zahlungsausfalls deutlich zu reduzieren. Mit den Folgen von Zahlungsschwierigkeiten oder der Insolvenz eines Kunden setzt sich beim Factoring das Unternehmen auseinander, das die Forderung aufgekauft hat. Der Forderungsverkäufer hat dagegen aufgrund der Vereinbarung mit der Factoring Gesellschaft keine finanziellen Einbußen bei der Begleichung seiner Rechnung zu befürchten.

Kosten und Aufwand für das Mahnwesen werden mit Factoring deutlich gesenkt

Darüber hinaus ist dieses innovative Finanzierungstool geeignet, die administrativen Kosten im Forderungsmanagement eines Unternehmens nachhaltig zu senken, da dieses für die verkauften Forderungen vom Factor übernommen wird.

Aufgrund all dieser Vorteile hat sich das Factoring in den vergangenen Jahren bei vielen jungen und mittleren Firmen zu einem wichtigen Bestandteil einer integrativen Finanzstrategie entwickelt. Im Verbund mit einer gesunden Eigenkapitaldecke, klassischen Bankkrediten und Darlehen sorgt das Factoring für eine sichere Finanzierung geschäftlicher Aktivitäten.

So funktioniert das Factoring

Das Factoring ist für Unternehmen, die ihre Geschäfte mit gewerblichen Kunden abwickeln, eine ebenso schnelle wie unkomplizierte Möglichkeit, zusätzliche Liquidität zu generieren. Nachdem eine Leistung erbracht worden ist, erhält der Kunde für diese eine Rechnung, die zu einem festgelegten Zeitpunkt auszugleichen ist. Die Frist bis zum Zahlungseingang kann dabei je nach Branche und Geschäftsbedingungen durchaus mehrere Monate betragen. Mit dem Verkauf der Forderung an ein Factoring Unternehmen kann diese Frist deutlich verkürzt werden. Dazu sendet der Rechnungssteller eine Kopie der Rechnung an den Factor, der in der Regel binnen 48 Stunden bis zu 90 Prozent des Rechnungsbetrages an den Forderungsverkäufer überweist. Der Restbetrag abzüglich Zinsen und Gebühren wird ausgezahlt, sobald der Kunde den Rechnungsbetrag direkt an den Factor gezahlt hat.

So funktioniert Factoring

Echtes Factoring bietet Schutz vor Zahlungsausfällen

Beim in Deutschland überwiegend angebotenen echten Factoring übernimmt der Factoring Anbieter auch das Ausfallrisiko und das Debitorenmanagement. Somit ist die Rechnung stellende Firma gegenüber Zahlungsausfällen (siehe auch: Zahlungsverzug) abgesichert. Dies ist jedoch nur beim echten Factoring der Fall. Beim ebenfalls möglichen unechten Factoring verbleibt das Risiko des Ausfalls bei der Firma, die die Rechnung ausgestellt hat.

Um das Factoring als zusätzliche und von Banken und Sparkassen unabhängige Finanzierungsquelle nutzen zu können, muss zunächst eine Anfrage bei einer Factoring Gesellschaft gestellt werden. Diese erstellt dann umgehend ein Angebot, in dem sie ein Gesamtvolumen für einen festgelegten Zeitraum vorschlägt, das von dem anfragenden Unternehmen je nach Bedarf in Anspruch genommen werden kann. Neben diesen Eckdaten sind aus der Offerte auch die Kosten ersichtlich, die bei einer Inanspruchnahme von Factoring entstehen. Diese werden je nach Volumen, Branche und Kundenstruktur individuell berechnet. Sie setzen sich zusammen aus Zinsen für die bereitgestellten Gelder sowie diversen Gebühren, mit denen unter anderem auch die Kosten für eventuell notwendige Bonitätsprüfungen der Kunden abgedeckt werden.

Junge Unternehmen profitieren in besonderem Maße von den Vorteilen des Factorings

Gerade jungen und kleineren Unternehmen, die beim Kreditrating noch nicht mit Bestnoten punkten können, bietet das Factoring zahlreiche Vorteile, die sich günstig auf die weitere Entwicklung der Geschäftstätigkeit und zukünftige Verhandlungen mit Banken und anderen Kreditinstituten auswirken können.

Zu diesen Vorteilen zählen unter anderem:

  • Vermindertes Risiko von Zahlungsausfällen
  • Senkung der offenen Forderungen in der Bilanz
  • Dadurch verbesserte Liquidität
  • Bei Nutzung dieser Liquidität zum Ausgleich von Lieferantenforderungen reduziert sich die Bilanzsumme
  • Eine reduzierte Bilanzsumme führt automatischer zur Erhöhung der Eigenkapitalquote
  • Demzufolge verbessertes Bonitätsranking, welches die Grundlage für die Gewährung von Kreditlinien und deren Konditionsgestaltung für Banken ist

Vorteile von Factoring

Neben diesen für die Kreditwürdigkeit eines Unternehmens relevanten Faktoren hilft das Factoring auch, im Wettbewerb mit der Konkurrenz die besten Voraussetzungen zu schaffen. So können den Kunden längere Zahlungsziele eingeräumt werden, was im Verkauf ein entscheidendes Argument darstellen kann. Dabei geht dem eigenen Unternehmen keine Liquidität verloren. Auf der anderen Seite können beim Einkauf aufgrund der vorhandenen Liquidität günstige Skonto Konditionen wahrgenommen werden, wodurch die Kostenseite effektiv entlastet wird.

Darüber hinaus ist es durch den verringerten Aufwand beim Debitorenmanagement möglich, personelle und finanzielle Ressourcen für Aufgaben zu nutzen, die für das Wachsen und Gedeihen eines Unternehmens von besonderer Wichtigkeit sind.

Bildmaterial: © Dresdner Factoring AG

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Über Marvin 642 Artikel
Marvin hat seine Ausbildung zum IT-Systemkaufmann 2011 bei der Deutschen Telekom AG abgeschlossen und bloggt seit 2014 regelmäßig rund um die Themen Ausbildung, Karriere, Wirtschaft und IT auf itsystemkaufmann.de. Außerdem hat er sich seit vielen Jahren dem Online-Marketing verschrieben und ist als selbstständiger Online-Marketing-Berater unter www.web-malocher.de tätig.

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