DSL-Anbieter wechseln trotz laufendem Vertrag

Mittel und Wege, um aus der DSL-Falle heraus zu kommen

Eine Frau reißt die Hände hoch und jubelt
Es gibt Mittel und Wege, um bei totaler Unzufriedenheit den DSL-Vertrag außerordentlich kündigen zu können. Foto: HBRH/Shutterstock.com
DSL-Anbieter wechseln trotz laufendem Vertrag
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DSL-Störungen gehören mittlerweile zum Tagesgeschäft der DSL-Anbieter. Vermutlich gibt es da draußen kaum einen DSL-Kunden, der sich noch nicht mit nervigen Störungen herumschlagen durfte. Anrufe der Service-Nummer des Anbieters laufen meist folgendermaßen ab – ohne jegliche Aussicht auf Störungsbeseitigung:

  • Haben Sie das Modem neugestartet?
  • Blinkt die LED für den aktiven DSL-Betrieb?
  • Gibt die Telefonleitung ein Signal zurück?

Schnell kommt man sich bei diesen Standard-Fragen der zumeist freundlich-frustrierten Callcenter-Mitarbeiter veralbert vor. Nicht selten ist der „Berater“ am anderen Ende der Leitung sogar felsenfest der Überzeugung, dass gar keine Störung vorliegt. Der Kunde wird also schlichtweg für dumm verkauft.

Häufen sich die Störungen, sollte deshalb über einen Wechsel des DSL-Anbieters nachgedacht werden. Denn gerade dann, wenn das Internet auch beruflich genutzt wird, ist eine zuverlässige und konstante Verbindung unerlässlich.

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So war es auch in meinem ganz persönlichen Fall. Die Leidenszeit zog sich beinahe über die gesamte Vertragslaufzeit von zwei Jahren hin. Welcher DSL-Anbieter mich so geplagt hat, lasse ich an dieser Stelle einmal außen vor. Viele Telefonate mit der Service-Hotline des Anbieters waren jedenfalls erfolglos. OK, das war gelogen – im Prinzip waren sämtliche Telefonate erfolglos, sonst hätten sich meine Wechsel-Gedanken sicherlich nicht so sehr verfestigt.

Das machte mich als Kunde besonders unzufrieden

Besonders frustrierend empfand ich, dass die Service-Hotline scheinbar nicht an einer Lösungsfindung interessiert war. Nicht selten wurde ich dem Problem alleine überlassen, mit den Worten, aus Sicht des DSL-Anbieters wäre alles in Ordnung. So arbeitete ich am PC, mehr schlecht als recht mit ordentlich Zeiteinbußen, weil die Internetverbindung immer mal für einige Minuten abbrach. In Skype kann man unzufriedene DSL-Kunden übrigens daran erkennen, dass sie sich in regelmäßigen Abständen wieder Online melden. Die Internetverbindung eben …

Ähnliche Konditionen unter den DSL-Anbietern

Irgendwann kurz vor Ablauf des Vertrages riss mein Geduldsfaden. Ich hatte einfach keine Lust mehr auf dieses dauernde hin und her. Verbindungsabbrüche hier, Störgeräusche in Telefongesprächen dort, Totalausfall des DSL-Modems da. Das konnte es nicht sein. Nach zwanzig Monaten schaute ich mich nach einem anderen DSL-Anbieter um und musste feststellen, dass eigentlich alle Anbieter den gleichen „Müll“ liefern. Volumenbeschränkungen, so musste ich feststellen, sind dabei leider ebenfalls noch überdurchschnittlich oft vertreten. Zu Zeiten von Online-Streaming und Cloud-Services ein absolutes No-Go aus meiner Sicht. Dass die angegebene DSL-Geschwindigkeit lediglich dem Maximum entspricht und eigentlich niemals erreicht wird, ist ja schon fast selbstverständlich.

Hier jedenfalls mal ein kleiner tabellarischer Vergleich einiger bekannter DSL-Anbieter. Für den Vergleich wurden jeweils ähnliche Leistungspakete herangezogen. Selbstverständlich gibt es auch immer günstigere oder teurere DSL-Angebote zu entsprechenden Konditionen. Die Angebote schließen immer die Telefonie-Leistungen mit ein.

DSL-Anbieter DSL-Paket DSL-Geschwindigkeit Preis
Deutsche Telekom MagentaZuhause S Download: 16 Mbit
Upload: 2,4 Mbit
19,95 Euro (12 Monate)
Danach: 34,95 Euro
Empfehlung!
Unitymedia 2Play Start 30 Download: 30 Mbit
Upload: 3 Mbit
19,99 Euro (12 Monate)
Danach: 29,99 Euro
1und1 DSL 16 Download: 20 Mbit
Upload: 1 Mbit
14,99 Euro (12 Monate)
Danach: 29,99 Euro
Vodafone Internet & Phone DSL 16 Download: 16 Mbit
Upload: 1 Mbit
19,99 Euro (12 Monate)
Danach: 29,99 Euro

Stand: 18.05.2018

Wann kann ein DSL-Vertrag außerordentlich gekündigt werden?

DSL Verträge werden zumeist mit einer zweijährigen Laufzeit angeboten. Dies ist in der heutigen Zeit eine lange Zeitspanne. Viele Lebensumstände können dazu führen, dass ein Festhalten am Vertrag sinnlos ist. Hier vorzeitig eine Sonderkündigung ohne Fristen auszusprechen, ist zumeist unmöglich. Nur in einigen Sonderfällen ist ein vorzeitiges Herauskommen aus dem Vertrag möglich.

Laufzeit von DSL Verträgen

Unabhängig vom Anbieter werden DSL Verträge zumeist mit einer Mindestlaufzeit von 24 Monaten abgeschlossen. Die Verträge verlängern sich automatisch um ein weiteres Jahr, wenn nicht fristgerecht gekündigt wird. Ein vorzeitiges Herauslösen aus dem Vertrag vor Ablauf der ersten 24 Monate ist zumeist nur in Ausnahmefällen möglich. Selten und zu wesentlich schlechteren Konditionen werden Verträge angeboten, die eine kürzere Laufzeit beinhalten.

Sonderkündigungsmöglichkeiten

Ein DSL Vertrag kann auch vor Ablauf der ersten 24 Monate fristlos, also ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist, und damit außerordentlich trotz laufendem Vertrag gekündigt werden, wenn die DSL Leistungen nicht erbracht werden, ein Anschluss-Umzug geplant ist, oder wenn es eine Änderung der AGBs gibt, denen der Kunde nicht zustimmt. Das Sonderkündigungsrecht ist außerordentlich, weil es weder an einen Zeitpunkt noch an einen im Vertrag benannten Grund gebunden ist.

Werden vom DSL Anbieter Leistungen nicht erbracht, die allerdings vertraglich zugesichert sind, dann ist rechtlich ein Rücktritt vom Vertrag möglich. Vorher sollte der Kunde den DSL Anbieter allerdings zunächst zur Nachbesserung auffordern. Gelingen die Nachbesserungsbemühungen des DSL Anbieters nicht in der vertraglich vereinbarten Zusicherung der Leistungen, dann ist der Kunde rücktrittsberechtigt und kann den Vertrag fristlos kündigen.

Zieht der Kunde an einen anderen Wohnort, an dem der DSL Anbieter seine Leistungen gar nicht erbringen kann, dann steht dem Kunden ein Sonderkündigungsrecht in Form einer fristlosen und damit außerordentlichen Kündigung zu. Hierzu muss die DSL Prüfung am neuen Wohnort negativ für den DSL Anbieter ausfallen. Wird am neuen Wohnort nur eine niedrigere Bandbreite für den Internetanschluss geschaltet, dann besteht die Möglichkeit, den Vertrag mit einer Frist von drei Monaten zu kündigen.

Weitere Möglichkeiten einer außerordentlichen Kündigung

Darüber hinaus ist es immer möglich, mit dem DSL Vertragspartner eine Kulanzlösung zu finden, die eine Sonderkündigung ausnahmsweise erlaubt. Hierzu gehören das Versterben des vormaligen Kunden, eine Insolvenz oder auch eine Auswanderung ins Ausland.

Bei Versterben des Kunden können die Erben unter Vorlage des Totenscheins eine sofortige Auflösung des DSL Vertrages erwirken. Bei einer Insolvenz ist auch der DSL Anbieter oftmals an einer schnellen Auflösung des Vertrages interessiert. Eventuelle Genehmigungen vom Insolvenzverwalter müssen hierbei allerdings beigebracht werden, damit eine Sonderkündigung seine rechtliche Wirkung entfalten kann. Zieht der Kunde dauerhaft ins Ausland kann der DSL Vertrag sofort gekündigt werden. Hierzu sind allerdings Nachweise, beispielsweise eine behördliche Ummeldung und dergleichen, beizubringen.

DSL-Anbieter wechseln trotz laufendem Vertrag

Ich mach es kurz: Ich habe mich letztlich nach ausführlicher Recherche für einen DSL- und Telefonieanschluss bei Unitymedia entschieden. Aus dem Bekanntenkreis hörte ich ausschließlich nur Gutes. Verbindungsabbrüche und Störungen sind dort wohl genauso selten wie beim Kabelfernsehen auch. Zudem ist die DSL-Geschwindigkeit wesentlich konstanter und höher über die Kabel-Leitungen. Was mich zu einem Wechsel vor Ende der Vertragslaufzeit bewogen hat? Unitymedia ist so kulant und brechnet bei einem Wechsel von einem anderen DSL-Anbieter zu Unitymedia die Gebühren erst, nachdem der Vertrag beim alten Anbieter ausgelaufen ist. Das Angebot von Unitymedia ist allerdings schon vor dem Ablauf der Vertragslaufzeit beim alten Anbieter nutzbar. Bei Unzufriedenheit ist ein DSL-Anbieter-Wechsel also auch trotz laufenden Vertrages absolut kein Problem. Ganz im Gegenteil – Unitymedia übernimmt sogar die Kündigung beim alten DSL-Anbieter und portiert auf Wunsch die alten Rufnummern.

Nach der Eingabe aller erforderlichen Daten, ist es erforderlich, einen Nachweis über das Vertragsverhältnis mit dem alten Anbieter an Unitymedia zu senden. Dies kann ganz bequem via Fax erfolgen. Kurz darauf bekommt man eine schriftliche Bestätigung per Post mit allen weiteren Hinweisen zur Einrichtung und Aktivierung der Leitung. Die Lieferung der erforderlichen Hardware, sprich FritzBox erfolgt ebenfalls kurz darauf.

Für alle Interessierten ist der DSL-Wechsel zu Unitymedia eine klare Empfehlung meinerseits!

Über Marvin 451 Artikel
Marvin Mennigen hat seine Ausbildung zum IT-Systemkaufmann im Jahre 2011 bei der Deutschen Telekom AG abgeschlossen und bloggt seit 2014 regelmäßig rund um die Themen IT und Karriere auf itsystemkaufmann.de. Außerdem hat er sich seit vielen Jahren dem Online-Marketing verschrieben und ist als selbstständiger Online-Marketing-Berater unter www.web-malocher.de tätig.

2 Kommentare

  1. Du schreibst“Das Angebot von Unitymedia ist allerdings schon vor dem Ablauf der Vertragslaufzeit beim alten Anbieter nutzbar.“

    Grundsätzlich stellt sich mir eine technische Frage. Unter was für Bedingungen kann man zwei DSL Angebote gleichzeitig nutzen.

    Also ginge Angebot 1 und 2: DSL-Telephoneitung? Ginge, von dem ich zwar ausgehe: Angebot 1:DSL-Telephonleitung Angebot 2: Kabelnetz?

    • Hallo Stephan,

      in dem Fall wäre es so, dass Unity Media über Kabel genutzt wird und der andere Anbieter über die herkömmliche Telefonleitung.

      VG

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