DSL-Speed im Homeoffice: Welche Regionen bald schneller surfen

Smartphone liegt auf Tisch
Wie schnell surft man wirklich? ...und bekommt man die Geschwindigkeit die man gebucht hat? Bild: Unsplash, Mika Baumeister

Private, aber auch im beruflichem Umfeld ist ein schneller DSL-Anschluss von Bedeutung. Aufgrund der Ausweitung von Homeoffice im Zuge der Corona-Pandemie wird schnelles Surfen auch vom heimischen Büro aus immer wichtiger. Oft müssen große Datenmengen übermittelt werden, was bei einer leistungsstarken DSL-Verbindung wesentlich schneller funktioniert, als wenn die Geschwindigkeit niedriger ist. In welchen Regionen ist der DSL-Speed im Homeoffice besonders hoch und welche Regionen haben in nächster Zeit Aussicht auf schnelles Surfen im Internet?

Ein DSL-Vergleich zeigt die Versorgungssituation


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Wer für sein Homeoffice einen schnellen DSL-Anschluss benötigt, der ist gut beraten, zunächst seinen aktuellen Vertrag anzuschauen und dann auf einem Portal für DSL-Tarifvergleiche zu schauen, ob es nicht schnellere Anbieter gibt. Dazu ist nicht viel Vorarbeit notwendig. Auf der Website des Vergleichsportals gibt man einfach folgende Informationen in ein Online-Formular ein:

  • Vorwahl des Wohnortes
  • Adresse (Postleitzahl, Ort, Straße, Hausnummer)

Klickt man dann auf „Verfügbarkeit prüfen“, sucht das System automatisch alle zur Verfügung stehenden Anbieter heraus. Neben der Tarifbezeichnung wird auch die Geschwindigkeit für Up- und Downloads angegeben, anhand derer man die für seine Region schnellste DSL-Verbindung herausfiltern kann. Hat man die passende DSL-Verbindung gefunden, klickt man

auf beim Anbieter auf „Weiter“, erhält die wichtigsten Tarifinformationen, kann Optionen wählen und online einen neuen Anschluss beantragen.

Wo ist schneller DSL-Speed verfügbar?

Es ist kein großes Geheimnis, dass vor allem die großen Metropolen des Landes und größere Städte deutlich besser mit schnellen DSL-Anschlüssen ausgestattet sind. Ländliche Regionen, fernab von vorteilhaften Infrastrukturen und ansässigen, großen Konzernen, blieben bisher leider allzu oft auf der Strecke, wenn es um schnelles Internet ging. Oft stehen lediglich „DSL-Light“-Anschlüsse mit maximal 380 Kbit/s zur Verfügung, was für die Übertragung großer Datenmengen aus dem Homeoffice nicht ausreichend ist.

Die Gründe sind fast immer wirtschaftlicher Natur. Glasfaserverbindungen zu verlegen, ist für Unternehmen kostenintensiv und lohnt sich nur bei vielen Kunden. In ländlichen Regionen mit geringer Bevölkerungsdichte gibt es schlicht zu wenig Endverbraucher. Es gibt aber auch technische Ursachen für die Unterversorgung mit DSL auf dem Land. Jeder DSL-Anschluss benötigt bestimmte Hardware und ist an einen sogenannten DSL-Access-Multiplexer (auch als DSLAM bezeichnet) gekoppelt.

Ein solcher Access-Multiplexer kann insgesamt 600 Endanschlüsse versorgen. Wollen mehr Haushalte einen DSL-Anschluss, muss für sehr viel Geld ein neuer DSLAM installiert werden. Allerdings rentiert sich die Investition nur, wenn er bis zur Belastungsgrenze genutzt wird, was in ländlichen Gegenden nicht immer der Fall ist.

Es gibt eine DSL-Deutschlandkarte, anhand derer man sich als Verbraucher informieren kann, welche DSL-Anschlüsse in den verschiedenen Regionen Deutschlands zur Verfügung stehen. Eine Statistik aus dem Breitbandbericht des BMVI in Bildform (siehe folgende Abbildung) zeigt, in welchen Bundesländern man als Arbeitnehmer im Homeoffice am besten mit schnellem DSL versorgt ist:

Grafik für Breitbandverfügbarkeit in Deutschland

Im Breitbandbericht 2020 des BMVI (Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur) wird ein Überblick über den momentanen Stand der DSL-Verfügbarkeit gegeben. Daraus ist ersichtlich, dass der Anteil an DSL-Anschlüssen in vielen Bundesländern zwar voranschreitet, aber es noch einiger Anstrengungen bedarf, bis wirklich alle Haushalte mit schnellem DSL-Speed ausgestattet sind.

Homeoffice in der Stadt ist effizienter

Wer im Homeoffice arbeiten möchte oder vom Arbeitgeber dazu beauftragt wurde, der kann am effizientesten arbeiten, wenn sich sein heimisches Büro in der Stadt befindet. Dort ist der Ausbau mit schnellem Internet deutlich weiter, als in Regionen mit ländlichem Charakter. Bei der Suche nach einem entsprechenden DSL-Anbieter sollte dies immer berücksichtigt werden.

Es gibt immer noch einige Regionen, die so unterversorgt sind, dass die Bewohner von Dörfern zum Teil selbst aktiv werden, um die Situation zu entschärfen. Manche organisieren notwendige Baumaßnahmen selbst und graben beispielsweise kilometerlange Gräben eigenhändig, um die auf sie umgelegten Kosten für benötigte Glasfaserkabel bis zum nächsten DSLAM im Nachbardorf zu reduzieren.

Mann sitzt auf Couch vor seinem Notebook
Wer von zu Hause aus arbeitet, braucht einen stabilen und schnellen Internetanschluss .Bild: Unsplash, LinkedIn Sales Solutions

DSL-Speed für alle: Staatliche Bemühungen

Die Bundesregierung möchte im Rahmen ihrer digitalpolitischen Bemühungen möglichst alle Haushalte und Unternehmen flächendeckend mit gigabitfähigem Internet versorgen und hat das sogenannte „Graue-Flecken-Förderprogramm“ ins Leben gerufen. Dieses stellt insgesamt 12 Milliarden Euro für den Glasfaserausbau zur Verfügung.

Zusätzlich gibt es Förderungen über die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau), die den Investitionskredit Digitale Infrastruktur oder den Konsortialkredit Digitale Infrastruktur an private oder kommunale Unternehmen vergibt.

Umzug wegen Homeoffice-Tätigkeit: Kündigung nicht vergessen

Hat der DSL-Vergleich gezeigt, dass ein schneller DSL-Anschluss am aktuellen Wohnort nicht realisierbar ist, bleibt für manche Arbeitnehmer, die neuerdings im Homeoffice tätig und auf hohen DSL-Speed angewiesen sind, manchmal nur der Umzug in eine Region, in der die Versorgung mit Breitband-Internet besser ist. In diesem Fall sollte man auf keinen Fall vergessen, wichtige Aufgaben wie die Kündigung des aktuellen DSL-Vertrags zu erledigen. Hier lohnt es sich, genau zu schauen, ob einem nicht ein Sonderkündigungsrecht zusteht. Dieses greift bei DSL-Verträgen, wenn:

  • der Anbieter vertraglich vereinbarte Leistungen nicht erbringt (allerdings darf er diese nachbessern)
  • die AGB während der Vertragslaufzeit verändert werden und man stimmt diesen nicht zu
  • der aktuelle Anbieter nach einem Umzug am neuen Wohnort nur schlechtere Leistungen erbringen kann (dann ist eine vorzeitige Kündigung möglich)
  • der Kunde ins Ausland umzieht (mit vorgelegter Abmeldebescheinigung endet der Vertrag am Umzugstag)

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